TRAINING: Optimierung der Wettkampfleistung beim MTB/RR-Marathon
Anhand dieses Beispiels vom letzten Wochenende bei den Swiss-Bike-Masters in Küblis zeigen wir, wie man die Ergebnisse von der Laktat-Leistungsdiagnostik für den Wettkampf verwertet und so optimal bis ans Ende des Rennens seine Leistung abrufen kann!
„Proband“ war in diesem Fall ich, also Stefanie Mollnhauer ;-)
Angefügt ist mein Laktattest, der eine Schwellenleistung von 156 Schlägen aufweist—was mir subjektiv sehr niedrig vorkommt, da ich kürzere Berge bis ca. 800 HM am Stück auch „angenehm“ mit Puls 172-175 hochfahren kann. Bei den Swiss Bike Masters hat der erste Berg allerdings 1700 HM und die Strecke weist insgesamt 3000 HM auf 75 km auf.
Also wollte ich –auch im Hinblick auf das anstehende Etappenrennen, die Trans-Schwarzwald im August – ausprobieren, etwas lockerer zu fahren. Laut Trainingslehre wäre der Schwellenbereich für solch lange Berge optimal.
Der „Witz“ an dem „Versuch“ war dieser, dass ich im Wettkampf zwar mit Pulsuhr, aber ohne Pulskontrolle gefahren bin, sprich: Mein Begleiter zur Aufzeichnung des Rennens, der Polar RS800CX Bike mit dem neben der Herzfrequenz, die Geschwindigkeit und das Höhenprofil aufgezeichnet wurden, war zwar dabei, aber nicht einsehbar für mich.
Anschliessend wurden die Daten mit der mitgelieferten Polar ProTrainer 5TM Software ausgewertet.
Das eindrucksvolle Ergebnis ist in der zweiten Graphik zu erkennen:
Rein vom Gefühl her bin ich alle Berge so ziemlich auf den Schlag genau im Schwellenbereich hochgefahren und konnte das Tempo/den Puls auch bis zum Schluss gleichmässig so halten.
Dies bestätigt die Ergebnisse vom Laktattest sehr schön!
Möchte man den Test jetzt also aktiv zur Steuerung der Intensität (nicht wie ich nur passiv zur anschliessenden Überprüfung) bei einem mit vielen gleichmässig fahrbaren Höhenmetern gespickten Rennen einsetzen, sollte man 2-3 Wochen vor dem geplanten Marathon/Etappenrennen noch einmal einen Laktattest absolvieren und dann die Berge entsprechend der erhobenen Herzfrequenzen hochkurbeln.
Viel Spass und Erfolg!
Der Vollständigkeit halber auch das Rennergebnis: Platz 5 overall Frauen (Platz 2 bei den Nicht-Lizenzfahrerinnen, Zeit: 5:18 Std., Siegerzeit 4:57 Std.), ein besseres Rennergebnis hat die noch--diplomatisch ausgedrückt--verbesserungswürdige Bergab-Performance verhindert ;-)
Ebenfalls schnell unterwegs und für proformance-nonplusultra am Start waren Claudia Potratz über die 75 km Mittelstrecke (4. Platz AK) und Torsten Escher über die 105 km Langdistanz (Platz 54 AK), der mit 7:59 Std. die 8 Std. Schallmauer unterbot.
